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Qualitätssicherung im Gesundheitssport

Die Nachfrage nach gesundheitsfördernden präventiven Sport- und Bewegungsangeboten nimmt bei Ärzten und Patienten zu. Infolgedessen etablieren sich in zunehmender Zahl Anbieter mit entsprechenden Angeboten, sowohl aus dem Bereich des organisierten Vereinssports (bundesweite Kampagne "Sport pro Gesundheit" des DSB) als auch aus dem kommerziellen Bereich der Fitnessstudios. Für Ärzte und Patienten ist es jedoch schwierig seriöse Angebote von unzureichend qualifizierten Angeboten zu unterscheiden.

Die Ärztekammer Berlin sieht deshalb die Notwendigkeit einer  unabhängigen Qualitätssicherung auch für den Bereich des präventiven Gesundheitssports. Für den rehabilitativen Gesundheitssport (z.B. Herzsport) gibt es seit Jahren ein bewährtes Qualitätssicherungssystem, welches von der "Berliner Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz- und Kreislaufkrankheiten" (BGPR) entwickelt und umgesetzt wird.

Zur Umsetzung der Forderung nach einer unabhängigen Qualitätskontrolle auch des präventiven Gesundheitssports hat der Vorstand der Ärztekammer Berlin deshalb den "Qualitätsbeirat Gesundheitssport"  einberufen.

Die Aufgabe des Qualitätsbeirats besteht darin, Gesundheitssportanbieter auf Qualitätsstandards zu überprüfen und entsprechende Empfehlungen zu formulieren. Darüber hinaus sollen Qualitätskriterien kritisch weiterentwickelt und die Zusammenarbeit zwischen der Ärzteschaft und den Sportanbietern zum Wohle der Patienten gefördert werden.

Der Qualitätsbeirat hat standardisierte Qualitätskriterien erarbeitet und hierbei entsprechende Empfehlungen verschiedener Fachgesellschaften, so des Berliner Sportärztebundes (10-Punkte Forderung) bzw. der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP), Qualitätskriterien des Deutschen Sportbundes (DSB) für seine gesundheitsbezogenen Sportangebote (Sport pro Gesundheit) und entsprechende Empfehlungen des § 20 SGP zum Gesundheitssport berücksichtigt. Die empfohlenen Qualitätskriterien liegen dem Ausschuss Qualitätssicherung der Ärztekammer Berlin vor.

Nach Analyse der bestehenden Angebote in Berlin können derzeit nur die Angebote des  organisierten Sports des Landessportbundes (LSB) "Sport pro Gesundheit" empfohlen werden, da diese weitgehend den Qualitätsstandards entsprechen und einer regelmäßigen Qualitätskontrolle durch Auditoren unterliegen.  

Ärztinnen und Ärzte können seit diesem Jahr Rezepte für Bewegung ausstellen, mit denen die Verordnung eines maßgeschneiderten Gesundheitssportangebots, das zudem mit konkreten Hinweisen an den Trainer versehen werden kann, möglich ist. Im Rahmen eines Pilot-Projektes wurde dies erstmalig in das Update der Arztpraxis-Software eines Anbieters integriert. Die regionalen qualitätsgesicherten Angebote finden Patienten und Ärzte in der jährlich erscheinenden Gesundheitssportbroschüre.

Im kommerziell orientierten Fitnessbereich bestehen zwar entsprechende Empfehlungen, eine Kontrolle der Qualität vor Ort findet jedoch in der Regel nicht statt. Entsprechende Initiativen, z.B. durch die Gesundheitsakademie Berlin mussten aus finanziellen Gründen eingestellt werden, da nur wenige Fitnessstudios bereit und in der Lage waren, die hiermit verbundenen zusätzlichen finanziellen Aufwendungen aufzubringen. Nur wenige Fitnessstudios verfügen deshalb auch über ein TÜV-Zertifikat  (TÜV Fitnesssiegel), welches eine gewisse Sicherheit bezüglich der Einhaltung der Qualitätskriterien bietet. Insofern kann der Qualitätsbeirat Angebote von Fitnessstudios derzeit nicht uneingeschränkt empfehlen, auch wenn einzelne Krankenkassen solche Angebote unterstützen.

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