(11.11.2011)
Thema gehört deshalb zwingend in neue Approbationsordnung
Angesichts der vom Bundesgesundheitsministerium geplanten Überarbeitung der
Approbationsordnung fordert der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med.
Günther Jonitz, das Thema Patientensicherheit in die Ausbildungsordnung
aufzunehmen. "Patientensicherheit kann man lernen!", betont der Kammerpräsident.
Ärztinnen und Ärzte sollten sich von Beginn an
aktiv mit Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung auseinandersetzen. "Je
früher wir unseren jungen Ärztinnen und Ärzten das notwendige Rüstzeug zur
Fehleranalyse und
-prävention an die Hand geben, desto nachhaltiger schützen wir die Patienten vor
vermeidbaren Schäden."
Jonitz hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr deshalb nachdrücklich
aufgefordert, diesen Kernbereich ärztlichen Handelns in die Ausbildungsordnung
aufzunehmen. Der Berliner Kammerpräsident kritisierte, dass bislang
beispielsweise Kenntnisse in Gesundheitsökonomie (§ 27 Approb.Ordnung) verlangt
werden, eine Qualifikation im Bereich Patientensicherheit aber nicht.
Qualität und Sicherheit sind seit jeher integraler Bestandteil des ärztlichen
Selbstverständnisses. Aber das allein reicht heute nicht mehr, so der
Kammerpräsident. "Unser hocharbeitsteiliges Gesundheitssystem verlangt von uns
mehr und mehr so genannte Querschnittskompetenzen. Sicherheit ist nicht mehr
allein durch medizinisches Knowhow zu gewährleisten, sondern vor allem durch
Wissen und praktische Fertigkeiten im Bereich Kooperation, Kommunikation und
Fehlerprävention."
Im internationalen Vergleich weist das Engagement der Ärztekammern im Bereich
Patientensicherheit eine sehr gute Bilanz auf. ?Wir brauchen uns vor den
hervorragenden Initiativen, wie sie etwa die WHO mit dem multiprofessionell
ausgerichteten Curriculum zur Patientensicherheit (http://www.who.int/patientsafety/education/curriculum/en/index.html)
auf den Weg gebracht hat, nicht zu verstecken. Dennoch ist es wichtig, dass wir
bereits im Studium verbindlich mit der Ausbildung dieser für den ärztlichen
Beruf elementaren Querschnittskompetenzen ansetzen. Wir müssen Menschen
befähigen, gerade über unangenehme Dinge zu reden und danach Arbeitsabläufe
besser zu gestalten", erklärt der Kammerpräsident. Das nutze vor allem den
Patienten. Der Gesetzgeber ist deshalb aufgefordert, dies aktiv zu unterstützen.
Fortbildungen der ÄKB sind abrufbar über:
http://www.aerztekammer-berlin.de/10arzt/25_Aerztl_Fb/12_Fortbildungen_AEKB/index.html
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