(06.12.2010)
Amtierende Koalition bestätigt / "Marburger Bund" legt deutlich zu
Die Berliner Ärztinnen und
Ärzte haben die 13. Delegiertenversammlung gewählt. In der Zeit vom 19. Oktober
bis zum 3. Dezember 2010 hatten die Kammermitglieder Gelegenheit, per Briefwahl
ihr "Parlament", das heißt ihre Berufsvertretung, zu wählen. Am 3. und 4.
Dezember wurden die Wahlbriefe ausgezählt. Nachfolgend finden Sie das Ergebnis:
Die gültigen Hauptstimmen verteilen sich auf die Wahlvorschläge wie folgt:
|
Wahl 2010 |
Vergleich Wahl 2006 |
|
Wahllisten |
Stimmen |
Prozent |
Sitze |
Stimmen |
Prozent |
Sitze |
Wahlvorschlag 1
Marburger Bund |
2.940 |
28,1 |
13 |
2.111 |
22,1 |
10 |
Wahlvorschlag 2
Fraktion Gesundheit |
2.639 |
25,2 |
12 |
2.873 |
30,1 |
14 |
Wahlvorschlag 3
Allianz Berliner Ärzte/
Hartmannbund/NAV-Virchowbund |
3.366 |
32,1 |
15 |
3.160 |
33,1 |
15 |
Wahlvorschlag 4
Hausarztliste/BDA |
1.051 |
10,0 |
4 |
1.136 |
11,9 |
5 |
Wahlvorschlag 5
Freie Ärzteschaft |
100 |
1,0 |
0 |
- |
- |
- |
Wahlvorschlag 6
Gesunder
Ärzteverstand |
127 |
1,2 |
0 |
- |
- |
- |
Wahlvorschlag 7
Niedergelassene Ärzte |
250 |
2,4 |
1 |
279 |
2,9 |
1 |
Abgegebene Stimmen und Wahlbeteiligung
|
|
|
Wahl 2010 |
Wahl 2006 |
|
Wahlberechtigte |
27.179 |
25.139 |
|
Eingegangene Wahlbriefe |
10.576 |
9.713 |
|
Gültige Stimmen |
10.473 |
9.559 |
|
Wahlbeteiligung |
38,9 % |
38,6% |
Zusammengefasstes Ergebnis
Stärkste Fraktion in der neuen
Delegiertenversammlung ist erneut die Liste "Allianz Berliner
Ärzte/Hartmannbund/NAV-Virchowbund" mit 32,1% der gültigen Stimmen. Das
entspricht wieder 15 Sitzen in der Delegiertenversammlung. Auf dem zweiten Platz
kam erstmals der "Marburger Bund" mit 28,1% (2006: 22,1%). Er wird mit 13 Sitzen
vertreten sein. Drittstärkste Kraft wurde die "Fraktion Gesundheit". Sie erhielt
25,2 % der Stimmen (12 Sitze). Es folgt die "Hausarztliste/BDA" mit 10,0% (4
Sitze). Auf dem letzten Platz liegt erneut die Liste "Niedergelassene Ärzte" mit
2,4 % der Stimmen (1 Sitz).
Trends und Entwicklungen
Die Arbeit der amtierenden
Koalition aus Liste "Allianz Berliner Ärzte", "Marburger Bund" und
"Hausarztliste/BDA" ist erneut von den Wählerinnen und Wählern bestätigt worden.
Während die Liste "Allianz Berliner Ärzte" auf dem hohen Niveau von vor vier
Jahren blieb, konnte der "Marburger Bund", dem Kammerpräsident Dr. med. Günther
Jonitz angehört, deutlich zulegen. Beide konnten nominal Stimmen gewinnen. Der
dritte Koalitionspartner, "Hausarztliste/BDA", verlor einen Sitz. Die "Fraktion
Gesundheit", ehemals stärkste Kraft in der Delegiertenversammlung, rutschte auf
den dritten Rang ab und verlor zwei Sitze. Die Liste "Niedergelassene Ärzte",
die zum zweiten Mal angetreten war, konnte wieder einen Sitz erringen. Nicht
vertreten sind in der kommenden Delegiertenversammlung die erstmals angetretenen
Wahlvorschläge "Freie Ärzteschaft" und "Gesunder Ärzteverstand", die lediglich
1,0 bzw. 1,2% der Stimmen erhielten.
Da keine der Listen eine
absolute Mehrheit erringen konnte, müssen sich, wie in der Vergangenheit üblich,
Koalitionen bilden. Die bestehende Koalition aus "Allianz Berliner Ärzte",
"Marburger Bund" und "Hausarztliste/BDA" hätte bei einer weiteren
Zusammenarbeit, die als wahrscheinlich gilt, eine deutlich ausgebaute Mehrheit
von 19 Sitzen (2006: 15 Sitze).
Wahlbeteiligung
Die Wahlbeteiligung lag bei
38,9% gegenüber 38,6% im Jahr 2006. Damit haben 10.473 der 27.179
stimmberechtigten Kammermitglieder ihre gültige Stimme abgegeben.
Erfreulicherweise konnte damit der Trend zur zurückgehenden Wahlbeteiligung
gestoppt werden. Es wurden rund 900 gültige Stimmen mehr abgeben als vor vier
Jahren.
Vorstandswahl im Januar
Am 19. Januar 2011 tritt die
neue Delegiertenversammlung erstmals zusammen. In dieser konstituierenden
Sitzung werden dann der neue Vorstand sowie der Präsident und der Vizepräsident
der Ärztekammer Berlin gewählt.
Das Wahlergebnis wird im
Amtsblatt Berlin veröffentlicht.
Die Zuordnung der Delegiertensitze (s. auch nachstehendes Tortendiagramm) ist
nach dem Höchstzahlverfahren (d'Hondt) festgestellt worden.

Folgende Delegierte werden in die neue DV einziehen:
Berlins Ärzte können sich bei der Wahl nicht nur für eine Liste
entscheiden, sondern darin auch zwei Kandidaten ihrer Wahl ihre Vorzugsstimmen
geben. Damit bestimmen sie die Listenplatzierung der Kandidaten. Auf Grund der
persönlichen Vorzugsstimmen für einzelne Bewerber sind folgende Bewerber zu
Delegierten gewählt worden:
Wahlvorschlag 1
Marburger Bund |
|
|
1. Dr. Günther Jonitz |
593
Stimmen |
|
2. Dr. Kilian Tegethoff |
421 Stimmen |
|
3. Dr. Olaf Guckelberger |
197 Stimmen |
|
4. Dr. Matthias Albrecht |
113 Stimmen |
|
5. Dr. Thomas Werner |
89 Stimmen |
|
6. Prof. Dr. Axel Ekkernkamp |
88 Stimmen |
|
7. Dr. Justus Hilpert |
84 Stimmen |
|
8. Dr. Moritz Peill-Meininghaus |
84 Stimmen |
|
9. Dr. Matthias David |
82 Stimmen |
|
10. Dr. Christian Storm |
80 Stimmen |
|
11. Dr. Werner Wyrwich |
79 Stimmen |
|
12. Dr. Klaus Thierse |
77 Stimmen |
|
13. Dr. Peter Bobbert |
75 Stimmen |
Wahlvorschlag 2
Fraktion Gesundheit |
|
|
1. Dr. Wolfram Singendonk |
286
Stimmen |
|
2. Antje Blankau |
172 Stimmen |
|
3. Dr. Cora Jacoby |
172 Stimmen |
|
4. Dr. Andreas Grüneisen |
168 Stimmen |
|
5. Dr. Hans-Joachim Eichinger |
123 Stimmen |
|
6. Dr. Rolf-Jürgen Kühnelt |
115 Stimmen |
|
7. Dr. Ellis E. Huber |
90 Stimmen |
|
8. Dr. Herbert Menzel |
83 stimmen |
|
9. Dr. Volker Pickerodt |
82 Stimmen |
| 10. Dr. Constanze Jacobowski |
80 Stimmen |
|
11. Stefanie Nadler |
76 Stimmen |
|
12. Dr. Matthias Brockstedt |
67 Stimmen |
Wahlvorschlag 3
Allianz Berliner Ärzte/
Hartmannbund/NAV-Virchowbund |
|
|
1. Dr. Elmar Wille |
789 Stimmen |
| 2. Dr. Svea Keller |
314 Stimmen |
| 3. Prof. Dr. Harald Mau |
303 Stimmen |
| 4. Burkhard Bratzke |
254 Stimmen |
| 5. Dr. Thomas Wildfeuer |
219 Stimmen |
| 6. Dr. Sabine Krebs |
212 Stimmen |
| 7. Dr. Matthias Bloechle |
210 Stimmen |
| 8. Dr. Bernd Müller |
207 Stimmen |
|
9. Helmut Mälzer |
183 Stimmen |
|
10. Dr. Regine Held |
182 Stimmen |
|
11. Dr. Christian Handrock |
168 Stimmen |
|
12. Dr. Klaus-Peter Spies |
155 Stimmen |
|
13. Dr. Hans-Detlef Dewitz |
148 Stimmen |
|
14. Anton Rouwen |
141 Stimmen |
|
15. Dr. Dietrich Bodenstein |
138 Stimmen |
Wahlvorschlag 4
Hausarztliste/BDA |
|
| 1. Dr. Angelika Prehn |
236 Stimmen |
| 2. Dr. Wolfgang Kreischer |
191 Stimmen |
| 3. Dipl.-Med. Dieter Schwochow |
142 Stimmen |
| 4. Dr. Gabriela Stempor |
89 Stimmen |
Wahlvorschlag 7
Niedergelassene Ärzte |
|
| 1. Dipl.-Med. Sergej Popow |
35 Stimmen |
Kurz-Hintergrund
Die DelegiertenversammlungDie Delegiertenversammlung (DV) der Ärztekammer Berlin wird alle vier Jahre
gewählt. Die stimmberechtigten Kammermitglieder wählen 45 Delegierte. Zusätzlich
benennt die Charité - Universitätsmedizin Berlin eine/n Vertreter/in als
Mitglied der DV. Das ärztliche "Parlament" trifft alle grundsätzlichen
finanziellen, politischen und strukturellen Entscheidungen der Ärztekammer
Berlin. Nach Grundsatzdebatten über aktuelle berufspolitische Themen
verabschiedet die Delegiertenversammlung auch grundsätzliche
gesundheitspolitische Stellungnahmen. Eine politische Schlüsselfunktion hat das
Gremium dadurch, dass ihm die Wahl des Vorstandes der Ärztekammer Berlin
obliegt.
Der VorstandDer Vorstand der Ärztekammer Berlin besteht aus dem Präsidenten/der Präsidentin,
dem Vizepräsidenten/der Vizepräsidentin und derzeit neun Beisitzern. Er führt
die Geschäfte der Ärztekammer Berlin und vertritt die Kammer in der
Öffentlichkeit. Der Vorstand wird von der Delegiertenversammlung im Abstand von
jeweils vier Jahren gewählt.
ÄRZTEKAMMER BERLIN PRESSESTELLE
Sascha Rudat
Pressesprecher
Tel. 030/ 40 80 6-4100/ -4101
E-Mail:
presse@erztekammer-berlin.de