(08.03.2010)
Im Fächervergleich der berufstätigen Ärzte liegt Gynäkologie vorn. Zahl der weiblichen Oberärzte in Berlin um 2 Prozentpunkte gestiegen.
Die Hälfte der Berliner Ärzte sind Frauen. Das zeigt die neueste
Mitgliederstatistik der Ärztekammer Berlin, die aus Anlass des Internationalen
Frauentages in Bezug auf dieses Thema genauer analysiert wurde.
Spitzenreiter und Schlusslichter unter den Fachgebieten
Ein Blick auf eine Auswahl von Fachgebieten (Tabelle ) zeigt jedoch, dass das
Gleichziehen der Frauen beileibe noch nicht in allen Fächern erreicht ist. Zudem
verändert sich der Frauenanteil in sehr unterschiedlichem Maße. Schlusslicht ist
nach wie vor die Chirurgie mit einem Frauenanteil von gerade einmal 21 %. Auf
der anderen Seite der Skala liegen die Kinder-
und Jugendmedizin mit einem Frauenanteil von 64 %, die Allgemeinmedizin und die
Augenheilkunde mit jeweils rund 60 % sowie die Gynäkologie mit 58 % (unter den
Berufstätigen sind es hier sogar 67 %. Damit liegt das Fach vorn). Bei den
Gynäkologen und Pharmakologen stieg der Frauenanteil unter den berufstätigen
Ärzten im Vergleich zu 2009 am stärksten; in beiden Disziplinen um 3
Prozentpunkte.
Frauenanteil in Führungspositionen der Kliniken und unter den
Niedergelassenen
So gut die Frauen im Arztberuf bereits vertreten sind, ist ihr Anteil in den
höheren Hierarchieebenen der Kliniken nach wie vor vergleichsweise niedrig. Von
den in der Statistik der Kammer registrierten 476 Chefärzten Berlins sind gerade
einmal 62 weiblich (13 %). Bei den 1.259 Oberärzten der Stadt liegt der
Frauenanteil mit 336 immerhin bei 27 %. Hier ist im Vergleich zu 2009 ein
Anstieg um 2 Prozentpunkte zu verbuchen. Und in der übersichtlichen
Top-Führungsebene der Ärztlichen Direktoren arbeiten 22 Männer und 3 Frauen;
deren Anteil liegt damit bei 12 %.
Anders sehen die Verhältnisse bei Freiberuflichkeit aus. Von den 6.068 in
eigener Praxis niedergelassenen Ärzten Berlins sind 2.976 und damit nach wie vor
49 % weiblich.
Frauenanteil bei Berlins Ärzten in 15 ausgewählten Fächern
|
Fachgebiete |
Gesamt |
Frauen |
in % |
berufstätig |
Frauen |
in % |
+/- in Pp.* |
|
Alle |
27.204 |
13.695 |
50 % |
18.000 |
8.697 |
48 % |
0 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Allgemeinmedizin |
2.449 |
1.468 |
60 % |
1.619 |
957 |
59 % |
0 |
|
Anästhesiologie |
1.303 |
662 |
51 % |
965 |
452 |
47 % |
- 1 . |
|
Augenheilkunde |
566 |
346 |
61 % |
379 |
220 |
58 % |
- 1 . |
|
Chirurgie |
2.115 |
451 |
21 % |
1.557 |
320 |
21 % |
+ 1 |
|
Gynäkologie |
1.248 |
730 |
58 % |
851 |
568 |
67 % |
+ 3 |
|
HNO |
530 |
231 |
43 % |
342 |
162 |
47 % |
+ 1 |
|
Dermatologie |
472 |
273 |
58 % |
321 |
176 |
55 % |
+ 1 |
|
Innere Medizin |
3781 |
1.592 |
42 % |
2.541 |
986 |
39 % |
- 4 |
|
Kinder- u. Jugendm. |
1.166 |
748 |
64 % |
720 |
433 |
60 % |
0 |
|
Nervenheilkunde |
648 |
308 |
48 % |
336 |
154 |
46 % |
- 1 |
|
Neurologie |
259 |
107 |
41 % |
231 |
87 |
38 % |
0 |
|
Pathologie |
193 |
72 |
37 % |
120 |
48 |
40 % |
+ 1 |
|
Pharmakologie |
92 |
25 |
27 % |
49 |
18 |
37 % |
+ 3 |
|
Psychiatrie u. Psychotherapie |
592 |
296 |
50% |
511 |
251 |
49 % |
- 2 |
|
Radiologie |
698 |
276 |
40 % |
454 |
183 |
40 % |
+ 1 |
Quelle: Ärztekammer Berlin,
Stichtag 31.12.2009
* P.p. = Prozentpunkte
Weitere Fachgebietsbezeichnungen unter:
http://www.aerztekammer-berlin.de/40presse/30_Statistik_index/index.htm
Frauenanteil in den Gremien der Ärztekammer Berlin
Angesichts solcher Zahlen nimmt sich der Frauenanteil in den ehrenamtlich
arbeitenden Gremien der Ärztekammer Berlin sehr niedrig aus; er liegt zwischen
21 und 27 %. Von den ehrenamtlichen Gremienpositionen sind insgesamt 22 % mit
Frauen besetzt. In den beiden Spitzengremien "Vorstand" und
"Delegiertenversammlung" sieht der Frauenanteil ähnlich aus. Von 11
Vorstandsmitgliedern sind 3 weiblich (27 %). Und in der 46-köpfigen
Delegiertenversammlung, dem Parlament der Ärztekammer Berlin, sitzen 11 Frauen
(23 %).
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ÄRZTEKAMMER BERLIN
Pressestelle
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Tel. 030/ 40 80 6-4102
Sascha Rudat, Pressesprecher
Tel. 030/ 40 80 6-4100/ -4101
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