(25.09.2009)
17 Berliner Kliniken beteiligen sich an regionalem Fehlermelde- und Berichtssytem. Erstes nationales CIRS-Forum in Berlin mit über 300 Teilnehmern.
Das Modellprojekt Netzwerk CIRS-Berlin ist erfolgreich gestartet.
9 Krankenhausträger
mit insgesamt 17 Kliniken beteiligen
sich bislang an dem regionalen Projekt zur Förderung der Fehlererkennung und Fehlervermeidung. Bisher sind diese
Berichtssysteme einrichtungsintern oder auf nationaler Ebene etabliert. Eine
regional organisierte Vernetzung der Kliniken existierte in dieser Form bisher
nicht. Das Netzwerk wurde von der Ärztekammer Berlin (ÄKB) in Kooperation mit
dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) Anfang des Jahres
zusammen mit Einrichtungen des Berliner Gesundheitswesen für mehr
Patientensicherheit ins Leben gerufen. Kern des Projektes ist ein gemeinsamer
Berichtepool, in den die Mitarbeiter der beteiligten Kliniken - aber auch
Außenstehende - anonym kritische Ereignisse und Beinahe-Schäden einstellen
können (www.cirs-berlin.de).
Ziel des CIRS ("Critical Incident Reporting
System") ist es, kritische Ereignisse bewusst wahrzunehmen und die
organisationsbedingten Ursachen zu finden. Man lernt also gemeinsam von den
Fehlern der anderen. Dazu treffen sich die Vertreter der beteiligten Kliniken
regelmäßig mit den Projektverantwortlichen, um die eingegangenen Berichte zu
analysieren und gegebenenfalls Strategien zur künftigen Fehlervermeidung zu
entwickeln. Es geht also darum, von den Beinahe-Schäden der anderen zu lernen.
Dabei steht nicht die Frage im Mittelpunkt "Wer ist schuld?", sondern "Was hat
zu dem kritischen Ereignis geführt?".
Bislang sind 41 Berichte in die Datenbank eingegeben worden, was Kammerpräsident
Dr. med. Günther Jonitz und ÄZQ-Geschäftsführer Dr. med. Christian Thomeczek in
Anbetracht der Kürze der Zeit als großen Erfolg werten. "Das System wird
offensichtlich von Ärzten und Pflegepersonal gleichermaßen angenommen", sagt
Jonitz und hebt gleichzeitig hervor, dass Fehlermeldesysteme nur auf
freiwilliger Basis funktionieren können. Der angedachten Einführung von
gesetzlich verpflichtenden Systemen erteilen Jonitz und Thomeczek eine klare
Absage, da damit die Entwicklung einer angstfreien Sicherheitskultur bei den
Klinikmitarbeitern zerstört würde.
Nationales CIRS-Forum tagt erstmals
Mehr als 300 Experten aus ganz Deutschland ziehen heute beim 1. Nationalen
CIRS-Forum in Berlin zur Frage "Was ist nötig, damit CIRS über die
Phase der Einführung hinaus mittel- und langfristig zum Erfolg, also zu mehr
Patientensicherheit führt?" eine Zwischenbilanz. In Vorträgen und
Gesprächskreisen der ganztägigen Veranstaltung geht es neben dem praktischen
Erfahrungsaustausch auch um die Frage, wie es gelingen kann, dass die
Krankenhäuser CIRS flächendeckend einsetzen.
Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS),
der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), der Gesellschaft für
Risiko-Beratung (GRB) und dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)
getragen. Fragen zur Veranstaltung können gerichtet werden an:
cirs2009@aps-ev.de.
Weitere Informationen zum Thema CIRS unter:
www.cirs-berlin.de
www.forum-patientensicherheit.de/cirsmedical/faq
www.aktionsbuendnis-patientensicherheit.de/?q=ver%C3%B6ffentlichungen-und-downloads
ÄRZTEKAMMER BERLIN
- Pressestelle -
Sascha Rudat, Tel. 030 /40 80 6-4100
Sybille Golkowski, Tel. 030/40 80 6-4102
Fax: 030/40 80 6-4199
E-Mail: presse@aekb.de
Anlage:
Netzwerk CIRS-Berlin -
Die Teilnehmer am Projekt (Stand September 2009)
Bundeswehrkrankenhaus Berlin
Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité
? Universitätsmedizin Berlin
Ansprechpartner: Dr. Axel Nöding
Dominikus-Krankenhaus GmbH Berlin
Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité
? Universitätsmedizin Berlin
Ansprechpartnerin: Heike Voigt
Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe GmbH
Klinik für Anthroposophische Medizin
Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité ? Universitätsmedizin Berlin
Ansprechpartner: Fr. Dr. Rosenkranz
Jüdisches Krankenhaus Berlin
Stiftung des bürgerlichen Rechts
Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité ? Universitätsmedizin Berlin
Ansprechpartner: Dr. Roland Thieme
Sankt Gertrauden-Krankenhaus GmbH
Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité ? Universitätsmedizin Berlin
Ansprechpartner: N.N.
St. Joseph-Krankenhaus
Akademisches Lehrkrankenhaus der Freien
Universität Berlin
Ansprechpartner: Dr. Jens Dubenhorst
Unfallkrankenhaus Berlin
berufsgenossenschaftliche Unfallklinik
Akademisches Lehrkrankenhaus der Freien Universität
Berlin
Ansprechpartnerin: Ester
Heyer
Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH
Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité
? Universitätsmedizin Berlin
Ansprechpartner: Dr. Harry Topolinski
Verein Krankenhaus Waldfriede e. V.
Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité
? Universitätsmedizin Berlin
Ansprechpartner: Rudolf Gössler