(16.09.2009)
Ärzteparlament beobachtet Tarifauseinandersetzung mit Sorge
Die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin hat sich in ihrer Sitzung am
23. September hinter die streikenden Ärztinnen und Ärzte an den DRK-Kliniken
Berlin gestellt und einstimmig folgende Proklamation verabschiedet:
"Die Delegiertenversammlung beobachtet die Tarifauseinandersetzung an den
DRK-Kliniken mit Sorge. Sie unterstützt die berechtigten Forderungen der vom
Marburger Bund vertretenen Ärzte. Die Delegiertenversammlung fordert auch die
niedergelassenen Ärzte der Stadt auf, die sich im Arbeitskampf befindenden
Kolleginnen und Kollegen nach ihren individuellen Möglichkeiten zu unterstützen.
Die Geschäftsführung der DRK-Kliniken wird aufgefordert, zu einem angemessenen
und dem ärztlichen Stande würdigen Verhalten zurückzukehren."
Hintergrund:
Rund 200 Ärztinnen und Ärzte der DRK-Kliniken Berlin befinden sich seit dem
22. September im unbefristeten Streik. Zuvor hatten sie bereits an drei Tagen an
den Standorten Westend, Mitte und Köpenick für höhere Gehälter gestreikt. Am 11.
September zogen sie in einem Protestmarsch vom Standort Mitte unter dem Motto "Vivantes,
wir kommen!" zum Vivantes Humboldt-Klinikum. Grund war das Scheitern der
Verhandlungen zwischen Marburger Bund (MB) und der Geschäftsführung der
DRK-Kliniken.
Die von der DRK-Geschäftsführung mit der Gewerkschaft ver.di abgeschlossene
Ergänzung zum bestehenden Tarifvertrag lehnt der MB ab. Diese Ergänzung sieht
nach DRK-Angaben neben der bereits festgelegten Tariferhöhung für
nicht-ärztliche Mitarbeiter für Ärzte zum 01.10.2009 und zum 01.07.2010 in einem
Stufenkonzept Erhöhungen der Vergütungen zwischen 6 und 15 Prozent vor. Der MB
bezeichnet das Angebot als Mogelpackung. Der Ärztegewerkschaft zufolge würde der
mit ver.di ausgehandelte Tarifvertrag im Vergleich zu den Ärzten an den
städtischen Vivantes-Kliniken für die DRK-Ärzte ein Minus von 10,44 Prozent
bedeuten (im Durchschnitt aller Arztgruppen bezogen auf das Gesamtjahr 2009).
Die DRK-Geschäftsführung hält die MB-Forderungen dagegen für völlig überzogen.
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