(15.11.2007)
Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin beschließt Änderung der Weiterbildungsordnung
Der Facharzt für Allgemeinmedizin ist in der Weiterbildungsordnung der
Ärztekammer Berlin wieder ein eigenständiges Gebiet. Die Delegiertenversammlung
der Kammer beschloss am Mittwoch den 6. Nachtrag zur Weiterbildungsordnung. Nach
der Wiedereinführung des Internisten ohne Schwerpunkt, die seit dem 3. November
in Kraft ist, bekommen auch die Allgemeinmediziner in Berlin wieder
Eigenständigkeit durch ein eigenes Gebiet und geänderte Inhalte. Das gemeinsame
Gebiet " Innere Medizin und Allgemeinmedizin" gibt es damit nicht mehr. Die
Ärztekammer Berlin ist die erste Kammer in Deutschland, die diesen Schritt geht.
Neu ist unter anderem, dass die Inhalte der Weiterbildung breiter gefächert sind
und große Teile ambulant abgeleistet werden können. Der Änderung muss jetzt noch
die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz zustimmen.
Kammerpräsident Dr. med. Günther Jonitz begrüßte die Entscheidung der
Delegiertenversammlung. "Wir als Ärztekammer definieren die Inhalte der Medizin.
Diese müssen von gesundheitspolitischer Ideologie unabhängig sein. Solange
'Allgemeinmedizin' etwas anderes ist als 'Innere Medizin' müssen sich diese
Unterschiede in der Weiterbildungsordnung niederschlagen. Die Ärztekammer Berlin
sieht sich damit im Einklang mit allen anderen Ländern Europas. Die Entscheidung
der Berliner Delegierten trägt dem Rechnung", betonte Jonitz. Der Beschluss des
105. Deutschen Ärztetages im Jahr 2002 in Rostock, einen "Facharzt für Innere
und Allgemeinmedizin" ins Leben zu rufen und eine gemeinsame Basis-Weiterbildung
zu installieren, sei nicht umsetzbar gewesen, so der Kammerpräsident
weiter. Die Schwächung beider Fächer sei die Folge gewesen.
Vorstandsmitglied Professor Dr. med. Vittoria Braun, niedergelassene
Allgemeinmedizinerin und Professorin für Allgemeinmedizin an der Charité,
sieht in der Entscheidung der Delegiertenversammlung eine deutliche Stärkung des
Berufsbildes Allgemeinmediziner. Durch die geänderten und strukturierten Inhalte
der neuen Weiterbildung werde die Professionalisierung vorangetrieben. "Junge
Ärztinnen und Ärzte werden durch die neue Weiterbildung besser und umfassender
auf die differenzierte Versorgungsrealität vorbereitet", erklärte Braun, "das
kommt den Patienten zugute." Als flankierende Maßnahmen werden derzeit
Weiterbildungsverbünde für die Assistenzärzte entwickelt und ihre angemessene
Finanzierung durch die Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen
verhandelt.
ÄRZTEKAMMER BERLIN
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