Unser Presseportal
Drucker

Rosiglitazonhaltige Medikamente vom Markt genommen

(20.10.2010)  Das Diabetesmittel 'Avandia' darf ab November nicht mehr verkauft werden

Rosiglitazonhaltige Diabetesmittel werden europaweit vom Markt genommen. Nach Ansicht der europäischen Arzneimittelagentur EMA überwiegt der Nutzen der vom Hersteller GlaxoSmithKline unter den Handelsnamen Avandia, Avandamet und Avaglim angebotenen Mittel zur Behandlung von Typ-2-Diabetes nicht länger den möglichen Schaden. Hintergrund ist ein Gutachten des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Agentur, welches aufgrund der kardiovaskulären Risiken zu einem negativen Nutzen-Schaden-Verhältnis kommt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ordnete zwischenzeitlich ein Vertriebsverbot ab dem 1. November an. Die EMA warnte aber davor, die Mittel abrupt abzusetzen. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat die Zulassung von Rosiglitazon in den USA bisher nicht zurückgezogen, sie wurde aber eingeschränkt.

Dem Rosiglitazon-Stopp vorangegangen waren jahrelange Zweifel an der Sicherheit des als "Wundermittel" gepriesenen Wirkstoffes. Wie das Fachmagazin British Medical Journal (BMJ) berichtete (Volume 341, 11.09.2010), hätten bereits vor der Zulassung im Jahr 2000 Experten Hinweise darauf gehabt, dass Rosiglitazon das Herz-Kreislauf-System beeinträchtige. In den folgenden Jahren verdichteten sich die Hinweise immer mehr. Eine vom New England Journal of Medicine veröffentlichte Übersichtsstudie mit rund 28.000 Probanden hatte zum Ergebnis, dass sich das Risiko eines Herzinfarktes um 43 Prozent erhöhe. Weitere Studien bestätigten dieses Ergebnis, u.a. eine vom Archive of Internal Medicine im Juni dieses Jahres veröffentlichte Meta-Analyse. Gleichzeitig erhärtete sich der Verdacht, dass GlaxoSmithKline Studien mit negativem Ergebnis unter Verschluss gehalten habe. GSK geriet dabei immer weiter in der Kritik.

RSS Newsfeed abonnieren  |  Was ist ein RSS Newsfeed?

BERLINER ÄRZTE - Mitgliederzeitschrift
PRESSESPRECHER
Rudat_2011
Sascha Rudat
Tel.: 030 40806-4100
E-Mail: s.rudat@aekb.de
PRESSEREFERENTIN
Peeters_2011
Michaela Peeters
Tel.: 030 40806-4102
E-Mail: m.peeters@aekb.de
PRESSEASSISTENTIN
Piotter_2011
Eveline Piotter
Tel.: 030 40806-4101
E-Mail: e.piotter@aekb.de

© 2008 Ärztekammer Berlin

 

Ärztekammer Berlin english_icon
Friedrichstr. 16 | 10969 Berlin
Telefon +49 30 / 40806-0 | Fax +49 30 / 40806-3499 | E-Mail kammer@aekb.de