(31.05.2010)
Der Klinikkonzern Helios hat bei der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) eine erste Bilanz gezogen.
Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz stellte Helios
zusammen mit anderen beteiligten Klinikbetreibern eine Auswertung vor. Nach
Angaben von Helios-Geschäftsführer Francesco DeMeo liegen bei komplexen
Krankheitsbildern wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall und
Lungenentzündung die Sterblichkeitsraten bei Helios deutlich unter dem
Bundesdurchschnitt. Die Messung von Routinedaten mit 31 Indikatoren helfe, mit
überschaubarem Aufwand die Qualität zu verbessern. Hat eine Klinik in einem
Bereich auffällige Werte, so leisten im Peer-Review-Verfahren Kollegen desselben
Fachgebietes aus einer anderen Klinik Unterstützung: Gemeinsam werten sie
Behandlungsabläufe aus und ermitteln das Verbesserungspotenzial, beseitigen
Fehler. Im Jahr 2009 wurden den Angaben zufolge in den Helios Kliniken insgesamt
17 Peer?Review-Verfahren durchgeführt. Nach Schätzungen DeMeos gäbe es 7.000
Tote in Deutschland weniger, würde das IQM-Verfahren bundesweit angewandt.

Kammerpräsident Dr. med. Günther Jonitz, der die Initiative unterstützt,
betonte, dass IQM in Sachen Offenheit unübertroffen sei. Dies sei ein Ausdruck
großer Souveränität der beteiligten Kliniken. Die Berliner Kammer nehme gerne an
den Peer-Review-Verfahren teil. Auf die Frage, weshalb er sich neben IQM auch
für andere Verfahren engagiere, antwortete Jonitz, dass es verschiedene Wege
gebe, die zum Erfolg führen. Wichtig sei, dass man das Thema offensiv angehe.