| 2011 |
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Professor Dr. med. Walter Thimme
Der Kardiologe Professor Dr.
med. Walter Thimme (74) wurde 1936 in Gadderbaum, einem Stadtteil von
Bielefeld geboren. Nach dem Abitur 1956, dem Medizinstudium und seiner
Medizinal-Assistentenzeit im Johannes-Krankenhaus in Bielefeld und im
Augustana-Hospital in Chicago, arbeitete er seit 1965 als Assistenzarzt,
später als Oberarzt, im Klinikum Westend und später im damaligen Klinikum
Steglitz der Freien Universität. Nach seiner Anerkennung als Facharzt für
Innere Medizin folgte 1972 die Habilitation über haemodynamische,
respiratorische und metabolische Veränderungen beim septischen Schock. Nach
seiner Ernennung zum Professor wurde er am 1.10.1979 Chefarzt der Inneren
Medizin im Humboldt-Krankenhaus in Berlin-Reinickendorf. 1994 folgte die
Facharztanerkennung Kardiologie.
Professor Thimme ist seit vielen Jahren Mitherausgeber des
Arzneimittelbriefes, einer der wichtigsten und am meisten verbreiteten
Publikationen in deutscher Sprache, in der unabhängig, fundiert und
praxisrelevant über bestehende und neue Verfahren der Arzneimitteltherapie,
aber auch zu grundsätzlichen Fragen Stellung genommen wird. Im Jahr 2000
initiierte Professor Thimme das Berliner Herzinfarktregister und war bis
2006 dessen Vorsitzender. Das Berliner Herzinfarktregister, an dem zurzeit
23 Kliniken in Berlin teilnehmen, hat sich zur Aufgabe gemacht, systematisch
qualitätsorientierte Daten von Herzinfarktpatienten zu sammeln, auszuwerten,
zu vergleichen und daraus zu lernen. Dies hat dazu geführt, dass sich die
Sterblichkeit von Herzinfarktpatienten von 2001 bis 2008 halbiert hat. "Sie
haben sich mit diesem Herzinfarktregister nicht nur für die Berliner
Ärzteschaft, sondern auch um die Berliner Bevölkerung in höchstem Maße
verdient gemacht", würdigte Kammerpräsident Dr. med. Günther Jonitz die
Arbeit Thimmes.
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Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm
Der Urologe Dr. med. Manfred
Richter-Reichhelm (69) wurde 1942 in Krefeld geboren. Er studierte zwischen
1961 und 1967 Medizin in Köln und Berlin. Von 1967 bis 1969 leistete er
Medizinalassistenz an den Kliniken der Freien Universität Berlin. Am 1.
Oktober 1974 ließ er sich als Facharzt für Urologie in Berlin nieder. Dr.
Richter-Reichhelms berufspolitische Karriere ist ebenso umfangreich wie
umfassend: Von 1981 bis 2004 war er Delegierter der Ärztekammer Berlin, in
den Jahren 1983 und 84 gehörte er dem Kammervorstand an. In den Jahren 1985
bis 1988 war er erstmals Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Vereinigung
Berlin, zwischen 1989 und 1992 deren 1. Vorsitzender. Dasselbe Amt hatte er
nochmals zwischen 1997 und 2004 inne. 1997 bis 2000 war er Vorstandsmitglied
der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, zwischen 2000 und 2004 deren 1.
Vorsitzender. Während dieser Zeit hat Dr. Richter-Reichhelm zahlreiche
berufspolitische Erfolge vorzuweisen. Dazu gehören die Zusammenführung der
Ost- und West-Berliner Ärzte, die Beseitigung der
Arzneimittel-Kollektivhaftung, die Durchsetzung des Wohnortprinzips in der
Gesetzlichen Krankenversicherung und die Einführung der
KVB-Qualitätsberichte, die das Leistungsspektrum der niedergelassenen Ärzte
transparent machen. Kammervizepräsident Dr. med. Elmar Wille würdigte
darüber hinaus Richter-Reichhelms besondere Verdienste um die Aufarbeitung
der Geschichte der jüdischen Kassenärzte während des NS-Regimes.
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| 2010 |
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PD Dr.med. Maria Birnbaum
Maria Birnbaum approbierte an der Humboldt-Universiät, nahm die
Weiterbildung in der Pathologie auf, da sie beschlossen hatte, Chirurgin zu
werden. Nach Abschluss des Studiums promovierte sie im Rahmen einer
experimentellen Arbeit mit Auszeichnung. Im Anschluss daran wechselte sie in
die internistische Weiterbildung und wurde 1968 Fachärztin für Innere
Medizin und übernahm schnell Verantwortung als Oberärztin. Sie
habilitierte in den 70-er Jahren zu Hochdruck und Nierenerkrankungen während
der Schwangerschaft, nachdem sie auch ein Zusatzstudium der
Hochschulpädagogik absolviert hatte. Nach dem Mauerfall wurde sie Direktorin
der nephrologischen Klinik, bis 1994 die C4-Professur der Nephrologie
besetzt wurde. Sie trug weiter Verantwortung und blieb bis 1998
stellvertretende Direktorin. Seit 1990 ist Maria Birnbaum in der
Kammerarbeit engagiert und wurde kurz nach der Wende Ausschuss-Vorsitzende
des Internistischen Weiterbildungsausschusses, dem sie 18 Jahre vorstand.
Darüber hinaus war sie viele Jahre Mitglied der Delegiertenversammlung, u.a.
12 Jahre Mitglied der Wirtschaftskommission der Kammer und ist seit
2010 Vorsitzende der Kommission für Organspende von Berlin-Brandenburg.
Darüber hinaus war und ist sie in vielen Gremien vertreten. Frau Birnbaum
hat an die hundert Veröffentlichungen und Monographien publiziert und ca.
200 Vorträge gehalten, sie betreute Promovenden und war in der Lehre aktiv. |
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Prof. Dr. med. Dr. h. c. Reinhard Kurth
Die Berliner Ärzteschaft ehrt mit Professor Dr. Dr. h. c. Reinhard Kurth
einen Arzt, Wissenschaftler und vorbildlichen Behördenleiter, den die
meisten von uns als Präsident des Robert-Koch-Instituts kennen. Reinhard
Kurth, in Dresden geboren, studierte in Erlangen sowohl Medizin als auch
Philosophie im Hauptfach. Nach der Promotion zum Dr. med. sowie der
Medizinalassistentenzeit in Ingelheim 1969 erhielt er die Bestallung zum
Arzt. Gleichzeitig legte er die Abschlussprüfung des Educational Council for
Foreign Medical Gradutes ab. Nach seiner Habilitation im Jahre 1976 an der
Universität Tübingen verschlug es ihn im Jahr 1980 in die Abteilung
Virologie des Paul-Ehrlich-Instituts. Nach nur sechsjähriger Tätigkeit
übernahm er dort das Amt des Präsidenten und behielt es bis zum Jahr
2001 inne. Bereits während der letzten fünf Jahre seiner Tätigkeit als
Präsident des PEI war er auch kommissarischer Leiter und ab 2001 Präsident
des Robert Koch-Institutes bis zu seiner Emeritierung im Februar 2008.
Zahlreiche Preise, u.a. auch für seine Forschung über humanpathogene
Tumorviren, über die Virussicherheit von Blutprodukten und über die
wissenschaftlichen Erfolge in der AIDS-Forschung wurden ihm verliehen. Prof.
Reinhard Kurth hat nicht qua Amt, sondern durch eine lebenslange Leistung
bewiesen, dass er in großer Offenheit, wissenschaftlicher Genauigkeit,
Ausdauer und Wertschätzung im Umgang nicht nur die Inhalte des Fachs der
Virologie voranzubringen in der Lage war, sondern er hat frühzeitig
Verantwortung in Einrichtungen des Bundes übernommen und wesentlich zur
soliden und hochwertigen Arbeit beigetragen. |
| 2009 |
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Prof. Dr. med. Isolde Flemming (re), Anästhestin
Zu DDR-Zeiten beschäftigte sich Isolde Flemming an der Charité mit der Feststellung
des Hirntodzeitpunktes im Rahmen der Transplantationsmedizin. Die von ihr
vertretenen internationalen Kriterien kollidierten mit den damals als gültig
vorgegebenen Methoden der DDR. Da sie ihre medizinisch-wissenschafltiche Überzeugung
auch in ihrer 1979 vorgelegten Habilitationsschrift verteidigte, geriet sie
mit der Staatsmacht in Konflikt. Ihre Arbeit wurde von parteitreuen
Gutachtern abgelehnt. Trotz massiven Drucks blieb Isolde Flemming bei Ihrer
Überzeugung und musste starke persönliche Anfeindungen und das Ende ihrer
Karriere hinnehmen. |
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Prof. Dr. med. Jürgen Hammerstein (re), Endokrinologe
Als Endokrinologe gelangte Jürgen Hammerstein nach dem Zweiten Weltkrieg schnell über die
Grenzen Berlins hinaus zu höchster wissenschaftlicher Anerkennung. Ab 1969
leitete er im Universitätsklinikum Steglitz eine selbstständige Abteilung
für Gynäkologische Endokrinologie, von denen es seinerzeit in Deutschland nur drei gab.
Hammerstein war und ist Mitglied in zahlreichen nationalen und
internationalen Gremien, so u. a. Präsident der Dt. Gesellschaft für
Endokrinologie. Besonders verdient um die ärztliche Fortbildung machte sich
Hammerstein ab 1990 als Geschäftsführer der "Kaiserin-Friedrich-Stiftung
für ärztliche Fortbildung", die er bis Anfang 2009 erfolgreich leitete.
Die Rückübertragung des Stiftungshauses
am Robert-Koch-Platzes ist größtenteils seinem Engagement zu verdanken. |
| 2008 |
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Prof. Dr. med. Werner Schlungbaum (re), Radiologe
Der in Berlin geborene und langjährige Chefarzt der Radiologie sowie
Ärztliche Leiter am Krankenhaus Spandau, Werner Schlungbaum, erhielt die
Medaille für sein großes Engagement in der ärztlichen Selbstverwaltung. Von
1975 bis 1999 war er Mitglied der Delegiertenversammlung der Ärztekammer
Berlin, von 1984 bis 1987 wirkte er als Vizepräsident an der Seite von Dr.
med. Peter Krein. Eine wichtige Rolle spielt der Radiologe, Nuklearmediziner
und Internist auch als Kuratoriumsmitglied der Kaiserin-Friedrich-Stiftung
für ärztliche Fortbildung. Deren bekanntes "Symposium für Juristen und
Ärzte" hat er maßgeblich entwickelt und über Jahrzehnte inhaltlich
gestaltet. |
| 2007 |
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Dr. med. Thea Schirop (li), Internistin
Thea Schirop hat sich in hohem Maße um die Patientenversorgung in Berlin
verdient gemacht. Neben der Intensivmedizin hängt ein großer Teil ihres
Herzens an der Ernährungsmedizin. Ihrem Engagement verdankt Berlin als eines
von zwei Bundesländern eine Zusatz-Weiterbildung Ernährungsmedizin.
Andrew Herxheimer MD FRCP (mitte), Dermatologe und Pharmakologe
Der in Berlin geborene Andrew Herxheimer hatte 1962 in London das weltweit erste
unabhängige Arzneimittelinformationsblatt "Drugs and Therapeutics Bulletin"
gegründet. Diese Idee einer unabhängigen Arzneimittelinformation brachte er dann
mit nach Berlin, wo er in den 60er Jahren den "Arzneimittelbrief" gründete. Zur
Verbesserung der Qualität der medizinischen Informationen rief er deshalb 1986
die internationale Gesellschaft der unabhängigen Arzneimittelzeitschriften
(International Society of Drug Bulletins, ISDB) ins Leben.Dr. med. Hans-Herbert Wegener (re), Pathologe
Hans-Herbert Wegener hat als ärztlicher Leiter des Krankenhauses Moabit
wichtige Weichen bei der baulichen und strukturellen Aufstellung der Klinik
gestellt. Er war jahrzehntelang als Delegierter der Ärztekammer Berlin tätig
und hat dabei immer versucht, Konsens über Partei- und Listengrenzen hinaus
zu erreichen. Diese verbindende Element hat ihn auch bei
der Gründung der Deutsch-Baltischen Ärztegesellschaft geleitet, mit der er bis
heute viel für die Völkerverständigung getan hat. |