Zitat

Gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planeten.

Sylvia Hartmann,
Vorsitzende des Arbeitskreises "Klimawandel und Gesundheit"
Klimaschutz

Klimawandel & Gesundheit

„Der Klimawandel ist ein urärztliches Thema“, sagt PD Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin. Die Herausforderungen des Gesundheitswesens aufgrund von Belastungen durch mehr Hitzewellen, Gesundheitsgefahren durch Umweltkatastrophen oder Infektionskrankheiten, die es in Mitteleuropa bisher nicht gab, werden in den kommenden Jahren zunehmen.

So kommt es beispielsweise an Hitzetagen mit über 30 Grad Celsius hitzebedingt zu drei Prozent mehr Krankenhauseinweisungen in der Altersgruppe der Menschen über 65 Jahren. Schreitet die Erderwärmung ungebremst voran, könnte sich bis zum Jahr 2100 die Zahl der hitzebedingten Klinikeinweisungen versechsfachen. Ärzt:innen müssen lernen, mit den neuen Herausforderungen umzugehen und bei extremen Wetterereignissen vorbelastete Patient:innen ansprechen und warnen können.

Aber nicht nur auf Seiten der Patient:innen hat der Klimawandel Auswirkungen. Der Gesundheitssektor hat ein beträchtliches Potenzial, dem Klimawandel entgegenzuwirken und selbst einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Aus dem Lancet Countdown Report 2019 ging hervor, dass der Gesundheitssektor in Deutschland im Jahr 2016 für Emissionen von ungefähr 70 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verantwortlich war. Dies entspricht 5,2 % der gesamten nationalen Emissionen. Deshalb fordert die Ärztekammer Berlin nicht nur die Klimaneutralität aller Berliner Gesundheitseinrichtungen bis in Jahr 2030, sondern hat sich selbst bereits 2019 mit einer Resolution zu mehr Klimaschutz verpflichtet.

Arbeitskreis der Ärztekammer Berlin

Ein 2021 von der Ärztekammer Berlin eingerichteter Arbeitskreis Klimawandel und Gesundheit soll den Vorstand beraten und Anforderungen für ein klimaneutrales Gesundheitswesen in Berlin erarbeiten.