Für besondere Verdienste

Der Georg-Klemperer-Preis

Büste von Georg Klemperer im Profil

Die Preisträgerinnen 2022

Prof. Dr. med. Duška Dragun

Professorin Dragun war Fachärztin für Innere Medizin mit der Schwerpunktbezeichnung Nephrologie. Zuletzt war sie Direktorin der Biomedical Innovation Academy des Berlin Institute of Health at Charité (BIH) und Direktorin der BIH Charité Clinician Scientist Programme. 2011 hat sie das erste Clinician Scientist Programm in Berlin ins Leben gerufen und dieses zum „best practice“ für den deutschsprachigen Raum etabliert.

Ziel der Programme ist es, Forschungstätigkeiten in die Weiterbildung zu integrieren und die Weiterbildungszeit für die Teilnehmenden nicht zu verlängern. Dragun leistete durch ihre Pionierarbeit einen herausragenden Beitrag zum Aufbau einer neuen Generation von forschenden Ärzt:innen für die Medizin. Als geschäftsführende Oberärztin und Stellvertreterin des kommissarischen Direktors der Klinik für Nephrologie und Internistische Intensivmedizin am Charité Campus Virchow-Klinikum sowie als Leiterin des nephrologischen Forschungslabors leistete sie zudem viel beachtete, international ausgezeichnete Beiträge in der Transplantationsforschung. Am 28. Dezember 2020 ist sie im Alter von 51 Jahren verstorben.

Den postum verliehenen Preis nahm stellvertretend Draguns langjährige Wegbegleiterin und Nachfolgerin Prof. Dr. med. Britta Siegmund, Direktorin der Medizinischen Klinik für Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin (CBF) und Interims-Direktorin des BIH Charité Clinician Scientist Programms, entgegen.

Dr. med. Gül Schmidt

Die Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist Leiterin des Arbeitsbereiches Lippen-Kiefer-Gaumenspalten an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Sie führt jährlich mehrere hundert Spaltoperationen durch und betreut Kinder und deren Eltern von der Diagnose bis ins Erwachsenenalter hinein. Mit mehreren Informations- und Aufklärungskampagnen haben sie und ihr Team Betroffene und deren Angehörige bereits unterstützt.

Schmidt hat ein Verfahren etabliert, das Neugeborene mit speziellen angeborenen Fehlbildungen davor schützt zu ersticken und mit dem sich auch Saug- und Schluckstörungen behandeln lassen. Zudem hat sie ein kieferorthopädisches Verfahren zur prächirurgischen Korrektur bei sehr ausgeprägten Spaltformen entwickelt. Ihren Urlaub nutzt die Ärztin oft, um erkrankte Kinder beispielsweise in Indien und Vietnam unentgeltlich zu operieren und ärztlich zu betreuen. Für ihr herausragendes Engagement wurde sie bereits mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Georg Klemperer

Der Namensgeber, Georg Klemperer, steht für Tugenden wie die bedingungslose Orientierung an Patientinnen und Patienten, die Neugier auf das Erkennen von medizinischen Zusammenhängen sowie die Offenheit, Problemen auf neuen Wegen zu begegnen.

Es war sein Ziel, Ärzt:innen und alle, die um das Wohl kranker Menschen bemüht sind, zu fördern, ungeachtet ihres Geschlechts und ihrer Herkunft. Er hatte immer den ganzen Menschen im Blick, als Wesen mit Körper und Seele. Dabei strebte Georg Klemperer stets nach der wissenschaftlichen Fundierung des ärztlichen Handelns.

  • Georg Klemperer wurde am 10. Mai 1865 in Landsberg geboren.
  • Er war ein deutscher Internist jüdischer Herkunft und ein Begründer der Ernährungsforschung.
  • Nach seiner Habilitation 1889 an der I. Medizinischen Klinik der Charité wurde er 1906 Chefarzt im Krankenhaus Moabit.
  • Er wies auf die große Bedeutung einer adäquaten Ernährung bei der Behandlung von Krankheiten hin und beschäftigte sich auch mit Hypnose und Naturheilkunde.
  • Sein Lehrbuch "Grundriss der Inneren Medizin" erschien bis 1931 in 26 Auflagen.
  • Zusammen mit seinem Bruder Felix gab er ein zehnbändiges Handbuch der praktischen Medizin heraus.
  • Georg Klemperer wurde 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft entlassen, 1935 emigrierte er in die USA und verstarb am 25. Dezember 1946 in Boston.
  • Die Charité führte zu Ehren des Mediziners 2007 eine Georg Klemperer Ehrenvorlesung ein.

Die Preisträger:innen von 2007 bis 2021

Alle Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre finden Sie hier.

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