Klimaschutz

Klimawandel & Gesundheit

Warum ist Klimaschutz aus der Perspektive des Gesundheitswesens so wichtig?

„Der Klimawandel ist die größte globale Gesundheitsbedrohung im 21. Jahrhundert“, schrieb das Fachjournal The Lancet bereits im Jahr 2009. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Expert:innen zufolge werden die Herausforderungen des Gesundheitswesens aufgrund von Belastungen durch häufigere Hitzewellen, neue Infektionskrankheiten und die Folgen von Umweltkatastrophen in den kommenden Jahren weiter zunehmen.

Schon jetzt sterben jedes Jahr Tausende Menschen in Deutschland an den Folgen von Hitze. Vor allem ältere und vorerkrankte Menschen sowie Schwangere und Kleinkinder sind gefährdet. Ärzt:innen müssen sich mit diesen neuen Herausforderungen auseinandersetzen, um ihre Patient:innen bestmöglich betreuen zu können.

Doch auch das Gesundheitswesen selbst trägt zum Klimawandel bei und ist für Emissionen von ungefähr 70 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten in Deutschland verantwortlich. Dies entspricht 5,2 Prozent der gesamten nationalen Emissionen.

Wie engagiert sich die Ärztekammer Berlin beim Thema Klimawandel?

  • Die Ärztekammer Berlin fordert die Klimaneutralität aller Berliner Gesundheitseinrichtungen bis zum Jahr 2030. Bereits 2019 hat sich die Kammer selbst mit einer Resolution zu mehr Klimaschutz verpflichtet.
  • Im Jahr 2021 hat die Ärztekammer Berlin den Arbeitskreis Klimawandel und Gesundheit eingerichtet. Er soll den Vorstand beraten und Anforderungen für ein klimaneutrales Gesundheitswesen in Berlin erarbeiten.
  • Im Sommer 2022 hat das Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin – initiiert durch die Ärztekammer Berlin, die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG) und die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege – gemeinsam mit vielen Akteur:innen des Gesundheitswesens Hitzeschutzpläne für das Land Berlin erarbeitet. Die Muster-Hitzeschutzpläne für fünf Sektoren sowie Schulungsunterlagen sind hier zu finden: Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin. Mittlerweile gehören dem Bündnis über 20 Institutionen des Berliner Gesundheitssektors an.
  • Die Ärztekammer Berlin und die Architektenkammer Berlin haben gemeinsam die digitale Handreichung „A wie Hitzeschutz. Gemeinsame Handreichung zum klimaresilienten und gesunden Bauen“ veröffentlicht. Sie bietet praxisnahe Lösungen, um gesundheitliche Aspekte, Abkühlung und Vorsorge konsequent in Planung und Bauwesen zu integrieren. Der kostenfreie Download ist hier verfügbar: A wie Hitzeschutz - Gemeinsame Handreichung zum klimaresilienten und gesunden Bauen

Was können Sie als Kammermitglied gegen den Klimawandel und für den Hitzeschutz tun?

  • Jede Ärztin und jeder Arzt kann in seiner täglichen Arbeit etwas tun. Selbst mit kleinen Maßnahmen kann Nachhaltigkeit umgesetzt werden, z. B. durch Umstieg auf Ökostrom, Trennen und Recyceln von Müll, Vermeidung von Polymedikation und Dosieraerosolen, Einschränkung bestimmter Narkosegase sowie die verstärkte Einführung von digitalen Prozesse in der Praxisorganisation.
  • Konkrete Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen hat der Arbeitskreis Klimawandel und Gesundheit erarbeitet: Diese finden Sie hier: 10 Tipps für die klimafreundliche Praxis und hier: 5 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im stationären Bereich.

Zitat

Der Klimawandel ist ein urärztliches Thema.

PD Dr. med. Peter Bobbert,
Präsident der Ärztekammer Berlin
Bänke im Schatten am Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee

Weiterführende Links

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Jan Ole Eggert
Pressesprecher

Stabsstelle Presse / Gesundheitspolitik

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Dr. med. Uta Schannewitzky, ärztliche Klimabeauftragte am Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee