Berlins Gesundheitssystem steht vor massiven Umbrüchen: Demografischer Wandel, Fachkräftemangel und die Folgen des Klimawandels fordern unsere Stadt heraus. Gleichzeitig unterstreichen globale Krisen: Gesundheit ist keine isolierte Fachaufgabe. Ein zukunftsfähiges und krisenfestes Gesundheitswesen braucht keine kleinteiligen Reparaturen, sondern einen mutigen und verlässlichen Rahmen. Mit Blick auf die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im Herbst fordert die Ärztekammer Berlin daher eine ressortübergreifende Gesundheitspolitik, die auf Solidarität basiert und alle Bevölkerungsgruppen mitdenkt.
Konkret fordert die Kammer:
- Stärkung der Kindergesundheit: Berlin braucht eine flächendeckende medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie die Stärkung von Bildungseinrichtungen für Jugendliche. Die Ärztekammer Berlin fordert zudem ein Social-Media-Verbot für junge Menschen bis 16 Jahren zum Schutz ihrer psychischen Gesundheit.
- Verbesserung der medizinischen Versorgung von Senior:innen: Die Ärztekammer Berlin fordert eine Verbesserung der geriatrischen Versorgung sowie eine bessere Vergütung von Hausarztbesuchen.
- Geschlechtergerechtes Gesundheitswesen: Wie benötigen einen entstigmatisierten Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen, eine intersektorale Geburtshilfe, bessere Gesundheitsversorgung von Frauen nach Gewalttaten und eine geschlechtersensible Medizin.
- Eindämmung der Kommerzialisierung der Medizin: Ärztliche Entscheidungen dürfen nicht von wirtschaftlichen Interessen beeinflusst werden. Die Inhaberstruktur von ambulanten medizinischen Versorgungseinrichtungen muss stets transparent einsehbar sein.
- Bessere Verzahnung der Sektoren: Die zunehmende Ambulantisierung erfordert eine bessere Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationärem Sektor sowie die Anpassung der ärztlichen Weiterbildung und der Approbationsordnung.
- Strukturierte Umsetzung der Krankenhausreform: Wir benötigen eine strukturierte Neuordnung der Kliniklandschaft, um Klinikschließungen zu verhindern, Planungssicherheit herzstellen und die Qualität der Versorgung zu sichern.
- Klimaschutz im Gesundheitswesen: Die Kammer fordert mehr Schutz vor den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels sowie die Errichtung eines Notfallregisters.
- Maßnahmen gegen den Ärzt:innenmangel: Die Zahl der Medizin-Studienplätze muss erhöht, die Arbeitsbedingungen für Ärzt:innen verbessert und Bürokratie abgebaut werden.
- Sichere Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung: Die Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung benötigt eine verlässliche Finanzierung und nachhaltige Strukturen.
- Stopp der Ausbildungsplatzumlage: Die Ärztekammer Berlin fordert eine umfassende Förderung der Ausbildungsstrukturen und die Abschaffung der Ausbildungsplatzumlage.
Das ausführliche Forderungspapier findet sich unter www.aekb.de/diagnose-berlin.
Ansprechpersonen für Presseanfragen
- PD Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin
- Dr. med. Matthias Blöchle, Vizepräsident der Ärztekammer Berlin
Die Kontaktdaten erhalten Sie auf Anfrage von der Pressestelle der Ärztekammer Berlin.
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Ole Eggert
Pressesprecher
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