Umfragen belegen, dass Ärzt:innen, aber auch Angehörige anderer Gesundheitsberufe immer häufiger Gewalt ausgesetzt sind. Dabei bleibt es nicht nur bei Beschimpfungen und Bedrohungen. Ärzt:innen erleben häufig auch körperliche Angriffe. „Hier darf es keine Toleranz geben. Angriffe auf medizinisches Personal sind konsequent zu ächten und strafrechtlich zu verfolgen“, erklärt PD Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin, und fügt hinzu: „Ärztliche Praxen und Krankenhäuser müssen Orte sein, an denen Vertrauen und Sicherheit garantiert sind.“
Die Ärztekammer Berlin begrüßt daher den Gesetzentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, der darauf abzielt, Strafen bei Angriffen auf Personen, die im Interesse des Gemeinwohls tätig sind, zu verschärfen. Laut Entwurf soll sich dieser erweiterte Schutz auch auf Angehörige von Gesundheitsberufen, wie zum Beispiel Ärzt:innen, beziehen.
Gesundheitswesen stärken
Um Beschäftigte im Gesundheitswesen nachhaltig vor Gewalt zu schützen, bedarf es jedoch weiterer Maßnahmen. „Nur wenn die Strafen auch konsequent verfolgt werden, wird das Gesetz wirken“, betont Bobbert. Polizei und Justiz müssen dafür finanziell und personell ausreichend aufgestellt sein. Zudem bedarf es eines zentralen Melderegisters für Angriffe auf medizinisches Personal.
„Wir müssen auch nach den Ursachen suchen“, erklärt Dr. med. Matthias Blöchle, Vizepräsident der Ärztekammer Berlin. Gerade in Situationen, in denen Betroffene sowieso häufig schon Anspannung, aber auch Ängste verspüren, können Personalmangel, mangelnde Leitsysteme und Sprachschwierigkeiten dazu beitragen, dass sich der Stress in Gewalt entlädt. „Wir benötigen daher ein gut aufgestelltes Gesundheitswesen als sichere Umgebung für die Mitarbeitenden genauso wie für die Patientinnen und Patienten“, so Blöchle.
Ansprechpersonen für Presseanfragen
- PD Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin
- Dr. med. Matthias Blöchle, Vizepräsident der Ärztekammer Berlin
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